Von einer kleinen Idee zum ökolädchen Osnabrück | Unsere Geschichte

Manchmal beginnt etwas ganz klein – und entwickelt sich zu etwas, das viel größer wird, als man am Anfang gedacht hat.

Wenn wir heute auf die Geschichte des ökolädchens zurückblicken, können wir selbst manchmal kaum glauben, was aus unserer ursprünglichen Idee geworden ist. Alles begann 2013 in einem Keller. Heike und Christina (Schwiegermutter und Schwiegertochter) hatten die Vorstellung, nachhaltige und besondere Produkte anzubieten und dabei auch die Menschen und Geschichten dahinter sichtbar zu machen. Wir wollten Dinge verkaufen, hinter denen wir selbst stehen konnten, und Menschen erreichen, die ähnlich denken wie wir.

Aus dieser Idee entstand zunächst ein Onlinehandel. Wir haben ausprobiert, gelernt, Ideen entwickelt und Schritt für Schritt etwas aufgebaut. Drei Jahre später kam ein kleines Ladengeschäft dazu – und damit das ökolädchen.

Was damals mit viel Neugier, Mut und einer guten Portion Ausprobieren begann, wurde über die Jahre zu einem festen Bestandteil der Osnabrücker Innenstadt. Aus dem kleinen Laden wurde ein Ort, an dem es nicht nur um schöne und nachhaltige Produkte ging, sondern auch um persönliche Begegnungen, gute Gespräche und die Freude am bewussten Einkaufen.

Wir haben in all den Jahren viel erlebt, manches verändert, Neues gewagt und immer wieder dazugelernt. Es gab viele schöne Momente, aber natürlich auch Zeiten, in denen wir uns ganz schön durchbeißen mussten. Vor allem aber war das ökolädchen immer eine Herzensangelegenheit.

Eine Familiengeschichte mit vielen Beteiligten

Das ökolädchen war von Anfang an eine Familiengeschichte. Und hinter dem, was heute daraus geworden ist, stehen viele Menschen, die ihren ganz eigenen Teil dazu beigetragen haben.

Heike brachte ihre Erfahrung und ihre Begeisterung für nachhaltige Produkte ein. Gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Christina entwickelte sie die ursprüngliche Idee weiter und baute das ökolädchen Schritt für Schritt auf. Bis 2023 war Heike Geschäftsführerin und trug gemeinsam mit Christina die Verantwortung für das Unternehmen.

Seit 2023 liegt die Geschäftsführung in Christinas Händen. Heike ist inzwischen im Ruhestand, dem ökolädchen aber weiterhin eng verbunden. Sie unterstützt den Laden nach wie vor als Minijobberin und ist damit auch heute noch Teil des Teams.

Auch Marius, Christinas Ehemann und Heikes Sohn, war von Anfang an mit dabei. Er unterstützte beim Aufbau des Onlinehandels, packte bei der Einrichtung des Ladens mit an und war immer zur Stelle, wenn eine zusätzliche Hand gebraucht wurde.

Marina, Heikes Tochter und Christinas Schwägerin, gehört ebenfalls zu dieser Geschichte. Mit ihrem Einsatz und ihrer Verbundenheit hat sie das ökolädchen über die Jahre mitgeprägt.

Und dann ist da noch Anna Kleinhölter. Als langjährige Mitarbeiterin hat sie das ökolädchen über viele Jahre begleitet und mit ihrem Engagement mitgetragen.

Auch unsere studentischen Hilfskräfte waren und sind ein wichtiger Teil unserer Geschichte. Da ihre Zeit bei uns meist durch das Studium begrenzt ist, haben uns über die Jahre immer wieder neue junge Menschen begleitet. Viele von ihnen waren mehrere Jahre bei uns und haben in dieser Zeit das ökolädchen nicht nur im Ladenalltag unterstützt, sondern auch mit eigenen Gedanken, Anregungen und Ideen bereichert. Sie haben Veränderungen miterlebt, unsere Vorhaben mitgetragen und bei unserem Umzug mit viel Einsatz und Elan mit angepackt. Es war schön zu erleben, mit wie viel Begeisterung und Eigeninitiative sie sich eingebracht haben. Für uns waren sie nie einfach nur studentische Aushilfen, sondern ein wichtiger Teil unseres Teams und unserer Entwicklung.

So war das ökolädchen nie das Projekt einer einzelnen Person. Es waren viele Hände, viele Ideen und viele Menschen, die mitgedacht, mitgearbeitet und diesen Laden zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Von der kleinen Idee zum Laden in der Innenstadt

Im Dezember 20215 nach einem Kennenlernen auf dem Weihnachtsbasar der Osnabrücker Fabi belegten wir spontan zwei Regale in den Räumen des ehemaligen Stilmix, in denen später die Pommes Manufaktur einzog. Von dort ging es 2016 weiter an die Redlingerstraße 9. Seit 2019 sind wir nun an der Redlingerstraße 4 zu finden.

Dieser Umzug war für uns ein großer Schritt. Mit viel Vorfreude, Arbeit und Herzblut haben wir die neuen Räume gestaltet und unser ökolädchen noch einmal ganz neu aufgestellt. Die Neueröffnung im September 2019 war für uns ein ganz besonderer Moment: Gemeinsam mit mehr als 100 geladenen Gästen haben wir diesen neuen Abschnitt gefeiert. Es war ein fulminanter Start, auf den ein richtig schönes Weihnachtsgeschäft folgte. Wir hatten das Gefühl, angekommen zu sein und mit unserem Laden noch einmal einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Auch unser Name hat eine kleine Geschichte. Ursprünglich hieß unser Unternehmen „Bees & Nectaries“. Doch irgendwann wurde aus dem „kleinen Ökoladen“ in den Gesprächen unserer Kunden ganz selbstverständlich das „Ökolädchen“. Und weil uns dieser Name so gut gefiel, ist er geblieben.

Über die Jahre haben wir vieles ausprobiert, neue Produkte entdeckt, unser Sortiment verändert und immer wieder neue Ideen entwickelt. Was uns dabei von Anfang an wichtig war: nachhaltig zu handeln, kleine Hersteller, soziale Werkstätten und regionale Anbieter zu unterstützen und einen Ort zu schaffen, an dem persönlicher Kontakt und gute Beratung selbstverständlich sind.

Wenn das Leben andere Pläne macht

Nach diesem gelungenen Neustart hätten wir uns wohl kaum vorstellen können, was kurz darauf auf uns zukommen würde.

Dann kam Corona und stellte plötzlich alles auf den Kopf. 2020 mussten wir unseren Laden aufgrund der Corona-Bestimmungen für sechs Wochen schließen. 2021 folgte eine noch längere Schließung von fünf Monaten. Auch in den Zeiten dazwischen und danach war ein normaler Verkauf lange nicht möglich. Einkaufen ging nur unter wechselnden Auflagen, Einschränkungen und besonderen Bedingungen.

Für uns als kleines Geschäft war das eine enorme Herausforderung. Wir mussten immer wieder umdenken, uns auf neue Situationen einstellen und versuchen, trotz aller Einschränkungen für unsere Kunden da zu sein.

Als wir langsam das Gefühl hatten, dass es wieder aufwärtsgeht und sich der Alltag einigermaßen normalisiert, folgte der nächste Einschnitt: der Ukrainekrieg und die damit verbundenen Krisen. Steigende Energie- und Einkaufspreise, eine zunehmende Unsicherheit und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung machen es kleinen Geschäften weiterhin schwer.

So kam es, dass wir trotz unseres schönen neuen Ladens, der gelungenen Neueröffnung und unserer tollen, treuen Kundschaft nach dem Umzug nie wirklich die Möglichkeit hatten, ein finanzielles Polster aufzubauen. Immer wieder kamen neue Herausforderungen hinzu, bevor sich die vorherigen vollständig auffangen ließen.

Natürlich haben wir weitergemacht, neue Ideen entwickelt, unser Sortiment angepasst und alles darangesetzt, das ökolädchen durch diese Zeiten zu bringen. Aber rückblickend waren es viele Jahre, in denen wir immer wieder mehr Kraft investieren mussten, als wir eigentlich geplant hatten.

Warum wir uns für einen neuen Weg entschieden haben

Nun haben wir uns entschieden, das ökolädchen zum 31.12.2026 aufzugeben.

Diese Entscheidung ist nicht von heute auf morgen gefallen, sondern über einen längeren Zeitraum gereift. Die Rahmenbedingungen für kleine, inhabergeführte Geschäfte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Das Einkaufsverhalten hat sich gewandelt, die Kosten sind gestiegen und der Wettbewerb durch große Onlineanbieter ist spürbar gewachsen.

Auch wir haben gemerkt, wie anspruchsvoll es geworden ist, all diese Entwicklungen mit dem Alltag eines kleinen Ladens zu vereinbaren.

Gleichzeitig hat sich auch unsere persönliche Situation verändert. Seit 2023 trägt Christina die Verantwortung als Geschäftsführerin allein. Und auch privat ist in den vergangenen Jahren viel passiert: Seit den Anfängen des ökolädchens 2013 sind zwei weitere Kinder dazugekommen. Mit inzwischen drei Kindern ist der Wunsch gewachsen, künftig wieder mehr Zeit für die Familie zu haben und den eigenen Alltag anders zu gestalten.

Nach vielen gemeinsamen Jahren fühlt sich deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt für einen neuen Schritt gekommen an.

Nicht, weil uns das ökolädchen nicht mehr am Herzen liegt. Ganz im Gegenteil. Es ist uns wichtig, einen guten Weg für das zu finden, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Aber manchmal gehört es auch dazu, loszulassen und Raum für Neues zu schaffen.

Viele Begegnungen, die in Erinnerung bleiben

Wenn wir auf die vergangenen Jahre zurückblicken, denken wir natürlich auch an die Herausforderungen, die es zu meistern galt. Vor allem aber erinnern wir uns an die vielen schönen Begegnungen und besonderen Momente.

An Kundinnen und Kunden, die uns seit den ersten Jahren begleiten. An Menschen, die immer wieder bei uns hereingeschaut haben. An nette Gespräche, die sich ganz nebenbei an der Ladentheke ergeben haben. An kleine Hersteller, regionale Künstler und kreative Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten durften.

Wir denken an die Werkstätten, Lieferanten und viele weitere Partner, die Teil unserer Geschichte geworden sind. Und natürlich an all die Menschen, die uns im Hintergrund unterstützt, mit angepackt und an unsere Idee geglaubt haben.

Aus vielen dieser Begegnungen sind über die Jahre persönliche Verbindungen entstanden. Genau das hat das ökolädchen für uns immer ausgemacht: Es war eben nicht nur ein Geschäft, sondern ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen.

Ohne all diese Menschen wäre das ökolädchen nicht das geworden, was es heute ist.

Danke für diese gemeinsame Zeit

Wenn wir heute auf unseren Weg zurückblicken, sind wir vor allem eines: dankbar.

Dankbar dafür, dass aus einer Idee in einem Keller ein Laden in der Osnabrücker Innenstadt geworden ist. Dankbar für unsere Familie, unser Team, unsere Partner, Lieferanten und natürlich für alle Kundinnen und Kunden, die uns über die Jahre begleitet und unterstützt haben.

2013 hätten wir uns wohl kaum vorstellen können, wohin uns dieser Weg einmal führen würde. Aus einer kleinen Idee ist ein besonderer Ort geworden, mit vielen Geschichten, Begegnungen und Erinnerungen.

Nun beginnt ein neuer Abschnitt. Ein Familienkapitel geht zu Ende – aber vielleicht beginnt für das ökolädchen schon bald eine ganz neue Geschichte.

Das ökolädchen geben wir ab. Die vielen Erinnerungen und die Überzeugung, dass nachhaltiges und persönliches Einkaufen seinen Platz hat, nehmen wir mit.

Danke, dass ihr ein Teil unserer Geschichte seid!

https://www.instagram.com/p/DfHTUv2lT64

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