Wir wollen Wasser sparen und bauen eine nachhaltige Gartenbewässerung

Wer nach einem heißen Sommertag mit der Gießkanne durch den Garten geht, der weiß, was Glück bedeutet. Der aufsteigende Duft der Pflanzen, die Kühle des plätschernden Wassers, das Gras und die Steine unter den nackten Füßen. Damit aus dem feuchten Vergnügen keine Wasserverschwendung wird, geben wir dir ein paar Tipps, wie du langfristig kostbares Trinkwasser im Garten und auf dem Balkon sparen kannst.

Garten und Balkon nachhaltig bewässern – aber wie?

Damit in den heißen Monaten des Jahres nicht unnötig viel Wasser vergeudet wird, gilt es, ein paar einfache Regeln zu beachten. Wir notieren sie in unserem Gartenjournal. Hier findest du viele weitere hilfreiche Hinweise zur Anzucht und Pflege von Pflanzen im Garten und auf dem Balkon. Der Kalender ermöglicht dir, die Entwicklung deiner Pflanzen über zwei Jahre festzuhalten. So ist es ganz leicht, die Bedürfnisse von Stauden und Bäumen zu erkennen.

Wasser sparen mit einfachen Tricks

  1. Regentonne statt Hahn. Wenn du die Möglichkeit hast, natürliche Wasserquellen zu nutzen, spart dies ungemein. Regenwasser lässt sich mit einer Tonne auffangen. Der Einbau eines passenden Ablaufrohres ist schnell gemacht.
  2. Stauden, Bäume und Büsche so auswählen, dass sie an ihrem Standort die für sie idealen Bedingungen vorfinden. Auf einem sonnigen Balkon oder an einer Hauswand, die sich über den Tag stark aufheizt, lohnen sich echte Südländer. Lavendel, Steppensalbei und Gräser kommen auch an heißen Tagen mit wenig Wasser aus. 
  3. Früh morgens und spät abends wässern. Wenn die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel steht und es etwas kühler ist, verdunstet weniger von dem wertvollen Nass.
  4. Pflanzen mit tiefreichenden Wurzeln sind besser gegen Trockenheit gewappnet, weil sie ihr Wasser aus tieferen Bodenschichten beziehen. Wer häufig nur kleine Mengen gießt, erzieht seine Pflanzen flach zu wurzeln. Also: Seltener und durchdringender gießen, so bilden deine Pflanzen tiefe Wurzeln und können sich selbst vor Austrocknung schützen.
  5. Ein kleiner Tipp für den Pflanzeneinkauf: Pflanzen mit silbernem Laub sind gegen hohe Sonneneinstrahlung ausgerüstet. Fleischige Pflanzen speichern Wasser für schlechte Zeiten und verzeihen, wenn man sie mal ein paar Tage vergisst.
  6. In jedem Garten gibt es sie: Die Schluckspechte, die Empfindlichen, die Pflegebedürftigen, die schon nach wenigen Stunden in der Sonne den Kopf hängen lassen. Wenn du sie nicht aufgeben möchtest, haben sie eine Sonderbehandlung verdient. Und das führt uns zu unserem Ökogarten-Basteltipp.

Punktuell und nachhaltig wässern mit einem selbstgebauten Bewässerungssystem

Wir bauen eine nachhaltige Gartenbewässerung, die einzelnen Schluckspechten zu ihrem Recht verhilft, ohne dass du ganze Beete mit dem Schlauch oder der Kanne wässern musst. Aus günstigen Materialien, die du vielleicht ohnehin auf deinem Balkon oder in deinem Garten hast, bauen wir mediterrane Ollas. Das sind handgemachte Tongefäße, die unter der Erde Wasser direkt an die Wurzeln der Pflanze abgeben. Die traditionellen Ollas werden extra für diesen Zweck getöpfert. Wir behelfen uns mit ein paar ausgedienten Tontöpfen. Die selbstgebauten Ollas eignen sich für Balkonkästen, Gemüsebeete, Hochbeete, Obstbäume und andere Vieltrinker im Ökogarten. Die Größe deiner Ollas kannst du an die gewünschte Verwendung anpassen.

Die Vorteile der Ollas

  • Wasser entweicht durch den Ton und wird langsam abgegeben
  • Die Feuchtigkeit ist direkt dort, wo die Pflanze sie braucht
  • Kaum Wasser verdunstet an heißen Tagen
  • Empfindliche Pflanzen müssen nicht mehr täglich gegossen werden

Was du dafür brauchst:

  • Pflanztöpfe aus unbehandelter Terrakotta mit Loch im Boden
  • Einen Korken oder Stein zum Verschließen eines Lochs
  • Eventuell Klebeband aus Papier

Nachhaltige Ollas in zwei Varianten

Um das untere Loch deiner Gartenbewässerung zu verschließen, benötigst du einen Stein oder einen Korken. Das Loch des zweiten Topfes bleibt frei. Anschließend klebst du die beiden Töpfe mit den weiten Öffnungen aufeinander. Einer sollte minimal größer sein als der andere. Wenn du zwei Pflanztöpfe findest, die genau ineinanderpassen, kannst du auf das Klebeband verzichten. Und schon ist der Rohbau unserer ersten Olla fertig.

Auch ein einzelner Tontopf kann schon Wunder bewirken. Schnell ist er im Beet eingesetzt. Das Wasser gelangt selbst bei der einfacheren Variante mit nur einem Topf direkt an die Wurzeln der Pflanze.

Ein kleiner Exkurs: Die sichere Insekten-Trinkstelle

Unser Tipp zum Schutz von Insekten: Da das Wasser an trockenen Tagen auch bei Insekten heiß begehrt ist, solltest du die offene Olla mit einem Stein verschließen. So können Hummeln und Käfer nicht in deiner Gartenbewässerung ertrinken. Um Insekten eine Alternative zum Trinken zu bieten, eignet sich eine flache Schale mit Wasser, die mit Kieseln ausgelegt ist. Die kleinen Inseln helfen den Insekten wieder hinaus, falls sie ins Wasser fallen.

Vieltrinker im Garten

Wer hat Durst?

Nun gilt es, die Bedürftigkeit einzelner Pflanzen zu erkennen. Junge Obstbäume benötigen besonders viel Wasser und freuen sich über ihre ganz persönliche Gartenbewässerung. Zur richtigen Platzierung gräbst du nah am Stamm oder Wurzelballen der Pflanze ein Loch und platzierst das Bewässerungssystem so, dass der obere Topfboden mit offenem Loch aus der Erde ragt. So lässt sich deine Olla später leicht befüllen. Ein Wochenendtrip ist dank der Speicherkapazität der Ollas kein Problem mehr. Deine Pflanzen sind versorgt.

Und weil wir mit der neuen Gartenbewässerung nicht nur Wasser, sondern auch Zeit sparen, gibt es am Abend noch ein kühles Getränk für uns am StammTisch

Genieß den Sommer im Garten und auf dem Balkon!

Dein ökolädchen

PS: Für einen blühenden Sommer haben wir dir hier noch einige schöne Produkte zusammengestellt. Von praktisch bis wunderschön. Und selbstverständlich alles nachhaltig.

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